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Die Orgel der Martinskirche Straubenhardt-Conweiler

Die Orgel

Die Orgel in der evangelischen Martinskirche in Conweiler (erbaut 1912) wurde ebenfalls 1912 vom Orgelbauer Friedrich Weigle aus Leinfelden- Echterdingen bei Stuttgart als opus 451 erbaut. Das Instrument hat 14 Register verteilt auf zwei Manuale und Pedal und ist mit der Weigle- Membranlade auf pneumatischer Traktur ausgestattet.

Die ursprüngliche Disposition lautete:

Hauptwerk Schwellwerk Pedal
Prinzipal 8´ Gemshorn 8´ Subbass 16´
Gamba 8´ Flöte 8´ Sanftbass 16´
Gedeckt 8´ Aeoline 8´ Cellobass 8´
Oktave 4´ Vox Coelestis 8´  
Rohrflöte 4´ Flauto Dolce 4´  
Kornett 4´    

Spielhilfen/Koppeln: Vorabzüge p/mf/Tutti, Koppeln I/P, II/P, II/I, SubII/I

Leider wurde das Instrument in den ersten ca. 50 Jahren nach Erbauung ziemlich vernachlässigt, was aber der Grundsubstanz nicht geschadet hat. In den 60er-80er Jahren hat dann die zeitgeistliche Modernisierungswelle zugeschlagen. Laut alten Unterlagen von damals war durch den damaligen Orgelsachverständigen ein grundlegender klanglicher Umbau vorgesehen, der das ursprüngliche Klangbild total zerstört hätte. Diese Maßnahme scheiterte aber vermutlich am Geld, worüber man aus heutiger Sicht mehr als froh sein kann.
So hielt sich dann der Umbau relativ in Grenzen: Die schönen Streicherstimmen Gamba und Vox Coelestis wurden durch total unpassende, schrille 2´Register ersetzt, was dem Instrument eine barocke Note verleihen sollte, aber nicht gelang. Aus einigen dieser Pfeifen wurden ein neues 4´Register im Pedal zusammengemixt, das den Sanftbass ersetzt.
Das Instrument hat sich über all die Jahre technisch sehr gut gehalten. Dies zeugt von einer qualitativ sehr hochwertigen Arbeit des Erbauers. Mitte der 90er Jahre wurden im Rahmen einer Kirchensanierung Teile der windführenden Teile sowie die Ledermembranen der Traktur ersetzt, was dem Instrument sehr sehr gut getan hat.

Im Rahmen einer Wartung wurde im Jahr 2016 ein Schimmelbefall festgestellt.
Außerdem zeigte sich das Instrument im Innern deutlich verschmutzt und damals nicht ersetzte Teile der inneren Anlage sind mittlerweile deutlich verschlissen.
Daraufhin wurde seitens des betreuenden Orgelbauers eine Hauptausreinigung und Sanierung angeregt. Bereits bei den ersten Besuchen des zuständigen Orgelsachverständigen wurde die historische Bedeutung des Instruments als pneumatische, kleine Dorforgel aus dem Hause Weigle mit der ureigenen Weigle-Membranlade deutlich.
Auf Drängen und Ermutigen des Orgelsachverständigen wurde neben der Hauptreinigung und Reparatur auch ein klanglicher Rückbau beschlossen. Dieser wird nun im Jahr 2020 angegangen.
Man kann es durchaus als göttliche Fügung bezeichnen, dass so gut wie alle großen Pfeifen der  originalen Register nahezu vollzählig erhalten auf dem Dachboden der Kirche eingelagert wurden.  Dies erleichtert sowohl in finanzieller Hinsicht als auch die Rekonstruktion enorm.

Die Kirchengemeinde Conweiler freut sich sehr auf die Orgelsanierung und hat rund die Hälfte der veranschlagten Summe durch Spenden und Pfeifenpatenschaften beisammen. Unter dem Strich soll das ganze Projekt zum überwiegenden Teil aus Spenden finanziert werden.


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Vielen Dank.

mit freundlicher Genehmigung von Martin Wessinger
OI-S-99
weiterführende Links:

Webseite Ev. Kirche Conweiler



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