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Pedal Power

Herausgeber: Meik Impekoven
Verlag: Butz


29 Stücke für Orgelpedal solo

Es gehört verlegerischer Mut dazu, eine Anthologie mit Stücken für Orgelpedal solo auf den Markt zu bringen, wenn bereits mehrere ähnliche Sammlungen vorliegen, z.B. die unter dem Titel Pedals Only vereinten Studien zeitgenössischer Komponisten (Universal Edition), Josef Friedrich Doppelbauers Etüden für Orgelpedal solo (Doblinger) oder das Pedal Book, Bd.48 der Reihe The California Organist, um nur einige zu nennen. Der vordergründige Titel Pedal Power soll vielleicht Neugier wecken, suggeriert aber leider, dass Pedalsoli stets mit Getöse verbunden seien, obwohl die Sammlung selbst den Gegenbeweis antritt, denn sie enthält auch Stücke mit leisen Tönen.Aber es geht wohl nicht allein um den musikalischen Gehalt, sondern mindestens ebenso sehr um Show und Effekthascherei, wenn schon das Vorwort empfiehlt, die Performance am besten (visuell) zu übertragen, um das Publikum Staunen zu machen.

Als „Erfinder“ des Pedalsolos darf Dieterich Buxtehude gelten. Dessen Pedalsoli sind aber ebenso wie die seiner Zeitgenossen Bestandteil größerer Stücke, aus denen sie sich schlecht heraustrennen lassen, weshalb „norddeutsche“ Beispiele fehlen.Am Beginn steht daher das Bach’sche Pedalexercitium, bekanntermaßen nicht zu Ende geführt und daher von Andreas Willscher mit einem passenden Schluß ergänzt. Sicherlich ist es nicht Aufgabe derartiger Anthologien, Musikphilologie zu betreiben oder Zuschreibungen zu diskutieren, dennoch hätte der Hinweis, dass dieses singuläre Stück möglicher Weise gar nicht von Johann Sebastian Bach, sondern von Carl Philipp Emanuel stammt, nicht im Kleingedruckten der Kurzbiografien, sondern beim Stück selbst stehen müssen. Nach Müthel und Gronau geht es weiter mit dem späten 19. und frühen 20. Jh. (Bricqueville, Riemenschneider, Remondi, Bossi, Middelschulte), wobei man vielleicht auch eine der musikalisch gehaltvollen Pedalklavier-Etüden von Alkan hätte einbeziehen können, von denen sich einige ganz gut auf der Orgel ausnehmen.
Das Gros der insgesamt 29 Beiträge stammt aber von zeitgenössischen, lebenden Autoren, die vom Verlag entsprechende Kompositionsaufträge erhielten. Dabei wurden z.T. originelle Ideen zutage gefördert: Ein Zwiefacher (Planyavsky), David und Goliath (Setchell), gar eine kleine Biblische Sonate mit dem Titel Jesus stillt den Seesturm (Michel), während ein Beitrag mit der fragwürdigen Wortschöpfung Credo pedalo unvermittelt ins Thema der Bach’schen d-Moll-Fuge BWV 565 einschwenkt, was eher platt als originell wirkt.

Insgesamt können alle Beiträge sowohl als Übungs- wie als Vortragsstücke verwendet werden. Auf die Angabe von Registrierungen und Applikaturen ist weitgehend verzichtet, hier hat der Interpret entsprechenden Spielraum.

Klemens Schnorr - für www.orgel-information.de
November 2016 / April 2017


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