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Balbastre - Pieces de Clavecin - Livre 1

Interpret: Christophe Rousse / Gilone Gaubert-Jacques (Violine)
EAN: 3149028115123
Label: Aparte


Claude Balbastre (1724 – 1799) kam 1751 nach seiner Ausbildung und erster Tätigkeit in Dijon nach Paris, um Komposition bei Jean-Philippe Rameau und Orgel bei Pierre Février zu studieren - und bald eine steile Karriere hinzulegen. 1760 war er bereits Organist an Notre-Dame, 1766 Cembalist am Hofe des Königs, wo er u.a. Marie Antoinette unterrichtete, 1776 auch an der Chapelle Royale. Von seinen Kompositionen scheint nur weniges überliefert worden zu sein, Musikgeschichte schrieb er aber 1792 mit seinen Variationen zur Marseillaise, Ausdruck einer „bürgerlichen“ Gesinnung oder Absicherung in stürmischen Zeiten? Das hat den u.a. von Charles Burney hochgelobten Organisten und Cembalisten, der noch wenige Jahre zuvor  Publikumsliebling der Massen war - nicht der Geistlichen, die ihre Messen nicht pünktlich beginnen konnten - nicht davor bewahren können, in Vergessenheit und Armut seine letzten Tage verbringen zu müssen. Balbastres Zeitgenossen Michel Corrette, Jean-Jacques Beauvarler-Charpentier und Guillaume Lasceux fanden sich in einer anderen  Welt wieder, sie kultivierten den Donner auf der Orgel.

Christophe Rousset, ausgebildet u.a. bei Huguette Dreyfus an der Schola Cantorum Paris, bei Kenneth Gilbert und Bob van Asperen, Lehrer an der Accademia Musicale Chigiana in Siena, hat Balbastres Pièces de clavecin, Premier Livre (1759) nun erneut eingespielt auf einem Instrument von Jean-Claude Goujon, gebaut in Paris in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, und erweitert von Jacques Joachim Swanen im Jahr 1784.
Ergänzt wird das Programm von der Pièce de clavecin en sonate avec accompagnement de Violon, Sonate I (1749), in der Gilone Gaubert-Jacques den Violinpart mit großer Virtuosität übernommen hat. Christophe Rousset spielt mit packendem Zugriff, kundiger Spielweise und ausgewähltem Geschmack diese kurzweiligen Piècen, die so ganz die späte Stilistik der französischen Klassik widerspiegeln. Effekte und spieltechnische Brillanz lassen diese galanten Charakterstücke zu Kleinodien ganz eigener Art werden. Die Mode von damals mit italienischen Einflüssen von Scarlatti u.a., eben auch früher Salonmusik, mit tiefsinnigen Anspielungen in musikalischer Tiefe, charmanter Schönheit oder Frivolität verpackt, wirkt heute so frisch wie damals.

Rainer Goede - für www.orgel-information.de
Januar / August 2018


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